Mittelaltermusik für Feste und Feiern

Die Drehleier von der Mittelaltermusik bis Neuzeit

Als “Organistrum” ist die Drehleier in Texten ab dem 10. Jahrhundert belegt. Die frühesten bekannten Darstellungen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Eine bedeutende Veränderung erfährt die Drehleier ausgehend von Frankreich im 18. Jahrhundert. Es entstehen während einer nicht allzu langen Zeitspanne viele kammermusikalische Werke für „ländliche“ Instrumente, unter ihnen die Drehleier. Das Instrument wird für den Gebrauch in der höfischen Kammer-Musik adaptiert und Bauformen mit lautenähnlichem Spänekorpus sowie mit Orgelregistern entwickelt. Viele technische Grundlagen der heute verwendeten Instrumente gehen auf diese Zeit zurück. Zu hören im unserem Repertoire Mittelaltermusik für Feste und Feiern.

Bis ins 19. Jahrhundert ist die Drehleier in vielen Ländern Europas dokumentiert. Heute ist sie in ZentralfrankreichNordwestspanien und Ungarn als traditionelles Musikinstrument verbreitet, in vielen Regionen Europas erlebt sie eine Renaissance. Das Instrument hat heute vermutlich eine größere Verbreitung als zu jeder anderen Zeit.

 

Französische Drehleiern des Barock
(ab 1716)

Durch den Instrumentenbauer Baton tauchten erste Drehleiern mit gitarren- oder lautenförmigen Klangkörpern in Versailles auf. Sie waren sie durchweg chromatisch und hatten zwei Melodie-, drei Bordun- und eine Schnarrsaite(n). Die Wirbelkästen waren vielfach mit kunstvoll geschnitzten Köpfen versehen und die Decken mit Intarsien und Ornamenten geschmückt. Die Drehleiern hielten Einzug am Französischen Hof und zahlreiche Komponisten wie Boismatier, Baton, Nicholas Chedeville und Michelle Corette, ebenso W.A. Mozart und Antonio Vivaldi schrieben Stücke für die Drehleier.Die bedeutendsten Drehleierbauer dieser Zeit waren, Louvet und Lambert.

Die Wiederbelebung der Drehleier
(seit ca. 1960)

Der Musiker Rene Zosso wurde vom Klang einer Drehleier so fasziniert, daß er beschloß, sich ein solches Instrument neu bauen zu lassen. Die ersten Drehleierbauer der Neuzeit waren die Schweizer Gebrüder Jacot und der Frankfurter Kurt Reichmann. Er hat zahlreiche Instrumentenbauer im In- und Ausland inspiriert, sich der Drehleier eingehend zu widmen und somit für ihren Fortbestand im ausgehenden 20. Jahrhundert zu sorgen. Durch Veranstaltungen und Festivals, die der Pflege der Bräuche und der alten Musik der Drehleier dienen, wurde das historische Instrument im Laufe der Jahre einem breiteren Interessentenkreis nähergebracht. Die Drehleier hat dadurch bei vielen mittelalterlichen Spielkreisen, Folklore-Ensembles, Gesangssolisten und Theaterschauspielern einen festen Nischenplatz erhalten.

Barock – Drehleier (gebaut 2003 W.Thoma)

Eine französische Drehleier mit Lautenmuschel Korpus. Das Material des Instruments: Der Klangkörper ist aus hellem, geflammten Riegelahorn und Zwetschenholzstreifen. Bei der Decke wurde ebenfalls geflammtes Riegelahorn verbaut. Die Drehscheibe besteht aus Leimschichtholz und ist mit Ahorn beschichtet. Tasten und Stimmwirbel sind aus Ebenholz. Alle Teile für den Deckenaufbau sind aus Zwetschenholz. Eigentlich ist diese Drehleier ein Fusion aus Geige (Klangerzeugung) Laute (Korpus) und Akkordeon (Tasten). Diese Drehleier ist gut geeignet für alte Musik aus neun Jahrhunderten, der Schwerpunkt liegt aber klar auf Musik aus der Renaissance und des Frühbarock.

Historische Instrumente aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Hier sehen Sie meine selbstgebaute französische Drehleier in Nahaufnahme.
Historische, alte Instrumente aus Mittelalter, Renaissance und Barock. Hier sehen Sie meine selbstgebaute französische Drehleier in Nahaufnahme ohne Drehscheibenabdeckung.
Historische Instrumente: französische Barock-Drehleier, hier mit Drehscheibenabdeckung aus farbenprächtigen Zwetschenholz.
Historische Instrumente & Mittelaltermusik für Feste und Feiern. Hier die französische Barock-Drehleier mit Drehscheibenabdeckung aus farbenprächtigen Zwetschenholz.

 

Knickhals-Laute für Mittelaltermusik

(gebaut 2006 von W.Thoma)

Ein 8-saitiges Instrument, ohne Chöre (also Doppelsaiten) Fichtendecke mit einer aus einem Stück herausgeschnitzten Holz-Rosette. Bodenmaterial: Ahorn und Palisander. 

Holz-Rosette aus der Fichtendecke geschnitzt.
Holz-Rosette aus der Fichtendecke geschnitzt.
Historische Instrumente aus Mittelalter, Renassance und Barock.
Historische Instrumente (Knickhalslaute mit einem 30 Grad Winkel) eingesetzt in Mittelaltermusik für Feste und Feiern aus Mittelalter, Renaissance und Barock.

Mittelaltermusik & historische Instrumente:
Die Wappengitarre (gebaut 2001 von W. Thoma)

Diese Wappengitarre von Werner Thoma hat eine Decke aus Fichte, die von einer Mosaik Holzeinlage umrandet wird. In die Decke sind zwei Schalllöcher (natürliche Monitorwirkung) eingelassen. Die Decke ist mit Schellack behandelt. Der Boden ist dreiteilig und besteht wie auch die Zargen aus Palisander mit einem schönen Streifen aus heimischen Zwetschgenholz.. An der Kopfplatte befinden sich zehn Wirbel. Der Hals (Erle) ist mit Schellack poliert wodurch die schöne Maserung des Holzes zur Geltung kommt. Der Hals ist mit dem Korpus verleimt und schließt mit dem Deckenrand ab. Weitere Bünde sind in die Decke eingelassen (ähnlich wie bei der Laute). Die Wappengitarre verwenden wir für Lieder aus dem Mittelalter und Renaissance aber auch Liedern aus dem 19. Jahrhundert.

Alte Musik für Feste und Feiern aus neun Jahrhunderten. Die Wappengitarre besticht durch ihre außergewöhnliche Form die an an Stadtwappen erinnert und vor allem ihren erstaunlich vollen Klang. Die drei Schall Löcher sind nicht nur Zierde, sondern auch natürliches "Monitoring".
Mittelaltermusik für Feste und Feiern aus neun Jahrhunderten. Die Wappengitarre besticht durch ihre außergewöhnliche Form die an an Stadtwappen erinnert und vor allem ihren erstaunlich vollen Klang. Die drei Schall Löcher sind nicht nur Zierde, sondern auch natürliches “Monitoring”.

Mittelaltermusik & Historische Wappengitarre

Mittelaltermusik für Feste und Feiern